Wie sehen Grund- und Persönlichkeitsrechte für Tiere aus und wie sollen diese geschützt werden? Dieser Frage widmet sich Ankita Shanker in einem Projekt, das mit einem Doc.Mobility-Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt wird.

Ankita Shanker

Ankita Shanker

"Trotz der nahezu universellen Anerkennung der Empfindungsfähigkeit von Tieren werden überall auf der Welt Tiere legal ausgebeutet, missbraucht und getötet", stellt Ankita Shanker fest. In ihrer bisherigen Forschung hat sich die Doktorandin und wissenschaftliche Assistentin am Nelson Mandela World Human Rights Moot Court der Universität Luzern bereits mit dem Thema Grundrechte für Tiere auseinandergesetzt. Dieser Ansatz stellt die Sichtweise von Tieren als Eigentum grundsätzlich in Frage und geht davon aus, dass Tiere als Träger grundlegender Rechte, ähnlich denen von Menschen, angesehen werden können. Diese Position spiegelt sich jedoch nicht in den Bestimmungen oder der Praxis wider, denn ihre Grundrechte werden ignoriert und vom Gesetz ungeschützt gelassen, so Shanker weiter.

Tierschutz nicht gleich Tierrecht

Während Tiere in vielen Rechtsordnungen in gewissem Masse durch Tierschutzgesetze geschützt sind, verleiht ihnen dieser Schutz bestenfalls schwache, von aussen konstruierte juristische Rechte. In ihrem Doktoratsprojekt will Ankita Shanker untersuchen, wie fundamentale Rechte und Persönlichkeit von Tieren aussehen, einschliesslich der Frage, wie sie sich von Art zu Art unterscheiden. Basierend auf diesen Erkenntnissen soll aufgezeigt werden, wie Gesetze und Rechtssysteme anzupassen sind, um sicherzustellen, dass fundamentale Tierrechte und ihre Persönlichkeit angemessen anerkannt und geschützt werden. Schliesslich sollen die Auswirkungen dieser Änderungen auf die Art und Weise bewertet werden, wie Menschen derzeit mit diesen Rechten umgehen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der juristischen Grundrechte und der Anerkennung der Persönlichkeit von Tieren. Betreut wird die Dissertation von Prof. Dr. Martina Caroni, Professorin für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht. Im Rahmen ihres Projekts wird Ankita Shanker am Cambridge Centre for Animal Rights Law (Cambridge, England), am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg, Deutschland) sowie der University of Antwerp (Antwerpen, Belgien) forschen.

Für das Projekt wurde vom SNF ein Doc.Mobility-Beitrag zugesprochen, welches Doktorierenden ermöglicht, einen Teil ihrer Dissertation an Gastinstituten im Ausland zu erarbeiten. Mit der gesprochenen Fördersumme von 77´000 Franken werden der Lohn sowie die Projektkosten für die Dauer von 18 Monaten finanziert.

23. Januar 2021